Das Füttern von Wasservögeln

An schönen, sommerlichen Tagen mit dem kleinen Nachwus am idyllisch gelegenen See mal einer Ente ein Stück Brot zuwerfen - wer hat das in seiner Jugend mit seinen Eltern oder Großeltern nicht gern gmacht.

Gegen dies eine Stückchen Brot ist auch nichts einzuwenden, nur stellen wir an unseren Seen, die von Besuchern als Naherholungsgebiete genutzt werden dürfen, immer wieder fest, das diese Tierliebe aus dem Rahmen läuft. Bis zu ganzen Brotlaiben, die im Wasser treiben und nur Ungeziefer wie Ratten u.ä. anlocken. Aus Gründen des Naturschutzes appellieren wir daher an jeden gerngesehenen Besucher unserer Teiche, auf die ausufernden Fütterungen zu verzichten und versuchen mit Schildern und infomierenden Gesprächen vor Ort Aufklärung zu betreiben.

Zu diesem Thema hat der BUND / Kreisgruppe Wolfsburg einen sehr interessanten Artikel verfasst:

 

Bitte keine Wasservögel füttern! Die Fütterung ist gut gemeint, aber schädlich

Warum schadet die Fütterung von Enten, Schwänen und Graugänsen, obwohl man den Tieren auf den ersten Blick doch hilft? Leider sind die negativen Auswirkungen viel größer, als der vermeintliche Nutzen für die Tiere. Die langjährigen Erfahrungen der Wolfsburger Naturschutzverbände belegen diese Tatsache.

Vögel vertragen keine salzhaltige Nahrung wie z.B. Brot. Das übergroße einseitige Nahrungsangebot bewirkt eine Fehlernährung, die die Tiere anfällig für Krankheiten macht.

Brotreste und der Kot der Tiere fördern die Überdüngung des Gewässers. Durch den erhöhten Sauerstoffbedarf, zur Zersetzung dieser zusätzlichen Einträge, kann ein Gewässer umkippen! Durch die Fütterung werden gefährliche Erreger (Botulismus) gefördert, die eine Lebensmittelvergiftung bei den Tieren hervorrufen kann. Dieser Erreger tötete schon oft im Sommer an den Wolfsburger Teichen vor allem Stockenten, die beim Gründeln mit dem Erreger, der übrigens auch für Menschen und Hunde nicht ungefährlich ist, in Berührung kamen.

Durch die Fütterung werden mehr Tiere angezogen, als normalerweise vorhanden wären. Die natürliche Auslese im Winter erfolgt nicht mehr. Die hohe Konzentration der Tiere führt zu Stress und Aggressivität, Über massenhaften Gänsekot auf den Wegen braucht man sich nicht zu wundern.

Die Graugans ist von Natur aus ein scheuer Vogel, der in abgelegenen Röhrichten seine Nachwuchs großzieht. Wenn im Herbst natürlicherweise das Nahrungsangebot dieser Pflanzenfresser knapp wird, ziehen sie in ihr Winterquartier am Mittelmeer. Durch den ständigen „Brotsegen“ haben die Gänse den Zug gen Süden nicht mehr nötig, bleiben ganzjährig im Gebiet und vermehren sich massenhaft. In erschreckender Weise zeigt sich auch die Verhaltensänderung dieser Tiere durch die Fütterung. Sie geben ihre natürliche Fluchtdistanz zu den Menschen auf und sind zu einem echten Problem auf Fuß- und Radwegen geworden.

Aus den Wildtieren hat der Mensch durch die Fütterung halbzahme, aggressive futtergierige Mastgänse gemacht. Und das nicht etwa auf einem Bauernhof, sondern an unseren Wolfsburger Teichen.

Quelle: http://wolfsburg.bund.net/themen_projekte/arten_naturschutz/artenschutz/voegel/das_fuettern_von_wasservoegeln/